#12 – „Wer nicht innoviert, verschwindet.“ – Carsten Demming (Professor @DHBW Heilbronn)
Shownotes
Innovation ist eines der meistdiskutierten Themen im FMCG und gleichzeitig eines der am wenigsten systematisch gesteuerten.
In Folge #12 von TOPSHELF – Leadership in Consumer & Retail sprechen Dr. Marcel Hahne und Florian Schmitz mit Prof. Dr. Carsten Demming, Professor und Studiengangsleiter für Food Management an der DHBW Heilbronn und Berater für kundenzentrierte Innovation.
Die zentrale Beobachtung: Viele Unternehmen managen das Risiko von Innovation, aber nicht das Risiko, nicht zu innovieren.
Im Gespräch geht es unter anderem um:
- Warum nur noch ein geringer Anteil der Innovationen im FMCG echte Innovation ist
- Weshalb Deutschland aus Sicht vieler Unternehmen ein schwieriger Innovationsmarkt ist
- Wie Handelsstrukturen und Private Label die Innovationslogik verändern
- Warum Innovation in vielen Unternehmen noch immer vom Zufall geprägt ist
- Welche strukturellen und kulturellen Faktoren Innovation tatsächlich ermöglichen
**Zentrale Denkmodelle aus der Folge: **
Der Innovations-Eisberg: Unternehmen fokussieren sich auf das sichtbare Risiko von Innovation (Flops), ignorieren aber häufig das größere Risiko unter der Oberfläche: Disruption durch Stillstand.
Co-Opetition im Markt: Handel und Hersteller sind gleichzeitig Partner und Wettbewerber, insbesondere durch die wachsende Rolle von Private Label.
Innovation als Führungsaufgabe: Innovation ist kein Methoden- oder Prozessproblem allein, sondern vor allem eine Frage von Führung, Entscheidungslogik und Zusammenarbeit über Funktionen hinweg.
Für wen ist die Folge relevant? Geschäftsführer:innen und C-Level in FMCG, Retail und Konsumgüterindustrie Commercial und Marketing Leader mit Verantwortung für Wachstum HR- und Organisationsverantwortliche, die Innovationsfähigkeit entwickeln wollen Über den Gast
Carsten Demming ist Professor und Studiengangsleiter für Food Management an der DHBW Heilbronn. Sein Fokus liegt auf Innovation und Konsumentenverhalten. Er arbeitet eng mit Unternehmen entlang der FMCG-Wertschöpfungskette zusammen und begleitet diese bei der Entwicklung kundenzentrierter Innovationsansätze.
Transkript anzeigen
00:00:01:
00:00:12: Willkommen bei Top Shelf, dem Podcast für FMCG, Retail und vor allem für die Menschen dahinter.
00:00:20: Heute haben wir ein Thema was uns treibt nämlich das Thema Innovationen.
00:00:24: ist heute unser Thema Und warum sie in vielen Unternehmen doch dann manchmal eher Zufall als System sind.
00:00:31: und von daher Florian verrat uns, wer ist heute unser Gast?
00:00:35: Wir haben einen Gast der die Innen- und die Außenperspektive verbindet.
00:00:39: Professor Karsten Deming ist Studiengangsleiter für Food Management an der DHBW in Heilbronn und er begleitet seit Jahren Unternehmen bei der Entwicklung Kundenzentrierter Innovation.
00:00:51: Und bevor ich jetzt noch mehr über ihn erzähle, herzlich willkommen, Carsten!
00:00:55: Schön dass du heute da bist.
00:00:56: Wir sind total gespannt auf das Gespräch.
00:01:00: Stell dich doch mal vor wer bist du und was machst du?
00:01:02: Ja hallo Flo, hallo Marcel vielen lieben Dank.
00:01:06: mein Name ist Carsten Dämming seit sechs Jahren Professor für BWL Food Management.
00:01:11: Ich habe es gerade richtig gesagt an der dualen Hochschule Baden-Württemberg.
00:01:15: Mein Themenfokus ist das Thema Innovation in Kombination mit Konsumentenorientierung, zwei Themen die aus meiner Sicht gut zusammenpassen.
00:01:25: Ich komme selbst aus der Unternehmenspraxis und habe also bevor ich promoviert habe unter anderem in Industrieunternehmen im Handel aber auch in der Beratung gearbeitet da das Thema Innovation vorangetrieben hauptsächlich im FMCG Bereich eben in der beratungen beispielsweise von Food & Babbage Unternehmen.
00:01:45: Marcel hat ja schon gesagt, wir sprechen mit den Menschen aus der Branche und wollen verstehen wer sind eigentlich die Menschen in der Brorge.
00:01:53: Also wenn du mal zurück schaust was hat dich geprägt?
00:01:57: Und wie wird man eigentlich Professor?
00:01:58: Ich weiß so aus meinem Netzwerk gibt das immer wieder mal so der Nebensatz Was ist der nächste Schritt meiner Karriere?
00:02:04: Vielleicht gehe ich aber auch raus aus dem Business vielleicht gehe ich an die Hochschule vielleicht geh ich an Universität und gebe mein Wissen weiter.
00:02:11: also es ist glaube ich ein bisschen romantische Idee die viele rumtreibt Erzähl mal, wie bist du hierher gekommen?
00:02:17: Ja das ist sicherlich ein Weg der jetzt nicht ganz straight und linear war.
00:02:22: Tatsächlich gab es so einschneidende Ergebnisse auch die dazu geführt haben.
00:02:28: Schlussendlich, wie ich hier hergekommen bin hat folgende Bewandnis zuletzt habe in Göttingen in der Unternehmensberatung gearbeitet wo wir eben Food unternehmen in Innovationsfragen, also konzeptioneller Entwicklung, sensorischer Entwicklung und so weiter beraten haben.
00:02:47: Und das Unternehmen Easy GmbH wurde gegründet von zwei FH-Profs.
00:02:55: Ich bin wie die Jungfrau zum Kind gekommen.
00:02:56: einmal, kam einer der Gründe auf mich zu und fragte mich ob ich nicht Lust hätte eine Marktforschungsvorlesung für seine Studierenden zu geben und ich hatte damit bislang gar keine Berührungspunkte habe das einfach mal zugesagt und hab dann in der ersten Vorlesung schon gemerkt, dass mir das unglaublich viel gibt eben mit den jungen Menschen zu arbeiten die voranzubringen.
00:03:18: Das ist halt im Englischen würde man sagen Instant Gratification.
00:03:22: also man tut was richtiges, man bringt so die Zukunft unserer Branche nach vorne.
00:03:26: und das hat dann relativ schnell dazu geführt dass ich gesagt habe das könnte ich mir auch vorstellen beruflich zu machen und länger zu machen auch in anderen Themenbereichen zu machen.
00:03:36: Und ich war zu dem Zeitpunkt noch nicht promoviert, also hatte kein Doktortitel der tatsächlich die Eintrittskarte ist.
00:03:43: Zu dem Thema Professor werden.
00:03:45: und dann habe ich mich tatsächlich entschlossen gemeinsam in Absprache mit meiner Frau nochmal raus aus der Wirtschaft zu gehen und nochmal eine Promotion wirklich am Lehrstuhl klassisch wie man das kennt zum machen.
00:03:58: Das hat dann so vierenhalb Jahre gedauert.
00:04:00: insgesamt da hab' ich ne ganze Menge auch gelernt.
00:04:02: dass hat mich als Mensch auch nochmal sehr verändert weil Das ist vielleicht in gewisser Weise auch ein Klischee, aber der Wissenschaftsbetrieb ist schon sehr prinzipientreu.
00:04:13: Man achtet sehr viel auf Details.
00:04:15: Es ist schon fast perfektionistisch.
00:04:19: Aber man lernt natürlich auch anders an Probleme ranzugehen.
00:04:24: Ich sag mal die Themen irgendwie ein bisschen größer zu denken.
00:04:28: Man lernt die richtigen Fragen zu stellen.
00:04:29: also wenn du mich jetzt fragst was waren dazu?
00:04:31: Die Turning Points und würde ich die beiden rausgreifen.
00:04:33: Und wenn du jetzt schaust auf dich und auch auf das Collegium, was macht einen guten?
00:04:38: Was macht ein erfolgreicher Professor aus?
00:04:41: Ganz schwierige.
00:04:44: Also sagen wir es mal so anders als Tolstoy jetzt sagen würde gibt's glaube ich sehr unterschiedliche Arten von gut.
00:04:55: also dass kann man das Schöne an dem Beruf der ja eher eine Berufung ist.
00:05:00: Man wird sich auch
00:05:01: berufen richtig Das Schöne an diesem Beruf ist, man kann den sehr unterschiedlich interpretieren.
00:05:09: Also wir haben die Workhorses, die sich in der Lehre verkämpfen und da total aufgehen.
00:05:20: Ich muss jetzt den richtigen Ausdruck finden.
00:05:22: Wir haben so die Rampensäue, nenne ich das jetzt mal ja, von Kongress zu Kongrestingeln.
00:05:29: Wir habe die Leute, die sehr viel Impact weitergeben wollen.
00:05:34: Also es gibt da verschiedene Arten von gut und das Schöne ist, jeder findet glaube ich in dieser Journey.
00:05:40: Ich habe gesagt, ich bin jetzt sechs Jahre dabei auch seinen Weg und mein Weg ist tatsächlich die Kombination.
00:05:46: also ich hab sowohl Spaß an der Lehre macht er vor allen Dingen Veranstaltung zu Käufer- und Konsumentenverhalten, Marktforschung und Innovationsmanagement.
00:05:57: Ich hab Spaß an Forschungsprojekte wenn wir vielleicht noch ein bisschen zu sprechen.
00:06:04: Begleitung von Unternehmen oder auch vielleicht mich in Bereiche einzuarbeiten, die wirklich Impact haben.
00:06:11: Also das geht manchmal auch Hand in Hand!
00:06:13: So, und jetzt ziehe ich euch beide mal weg aus der Hochschulkarriere.
00:06:16: Nämlich zu unserem eigentlichen Thema das Thema Innovation.
00:06:19: Karsten wenn du mal auf den Innovationsstatus in... Jetzt nehmen wir erstmal Deutschland schaust und dem Bereich Konsumgüter.
00:06:29: Das Schöne ist ja bei Topchef versuchen wie immer so Handelsperspektive uns CPG also Hersteller Perspektive übereinanderzubringen dass er ein Thema das Beide eigentlich eint und auch treibt.
00:06:41: Wie würdest du derzeit den Status Innovationen in Deutschland im Bereich Konsumgüter einmal bewerten?
00:06:50: Ja, gerade haben wir ja über gut gesprochen.
00:06:52: Jetzt tut es mir leid, jetzt muss ich ein bisschen die Stimmung runterziehen.
00:06:56: Dieser Status der Innovationsstatus in Deutschland und unserer Branche ist halt wirklich leider historisch schlecht.
00:07:03: So klar muss man das sagen!
00:07:07: Weil wir den Mut verloren haben weil wir zunehmend uns verlassen auf unechte Innovation.
00:07:18: Da erkläre ich gleich auch noch ein bisschen was genauer dazu, vielleicht eine Zahl dazu nur noch neunzehn Prozent aller Innovationen im FMCG-Bereich sind echte Innovationen.
00:07:31: die meisten sind Varianten range extensions incrementelle Veränderungen eben was sich gerade mit mood meinte.
00:07:41: Man verlässt sich auf die Dinge, die so ein kleines bisschen anders sind.
00:07:45: Die eben nicht viel Risiko bedeuten.
00:07:48: Ist das in anderen Ländern anders?
00:07:49: Ist es so ein deutsches Spezifikum?
00:07:51: Ja da muss ich vielleicht nochmal kurz hinweisen.
00:07:55: wir haben Anfang des Jahres eine Studie publiziert, die sich die sechs Barrieren der Innovation nennen wo wir diese Faktoren die das Bedingen auch noch ein bisschen stärker beleuchtet haben.
00:08:07: und da haben uns viele Gesprächspartner tatsächlich explizit gesagt, dass Deutschland ein innovationsfeindlicher Standort ist.
00:08:16: Gerade bei den Multinationals.
00:08:18: Ich habe da beispielsweise mit dem Deutschlandschef von Nestlé gesprochen, Alexander von Mayo und der hat das so explizIT gesagt ,dass im Unternehmen zum Teil auch Deutschland bei gewissen Entwicklungen dann ausgespart wird.
00:08:35: Und das fand ich schon echt echter Tant.
00:08:36: Das
00:08:36: heißt, das Unternehmen ist innovativ?
00:08:39: Aber man nimmt den deutschen Markt dann raus, weil der deutsche Markt schwierig ist für die Implementierung?
00:08:44: Ja das ist so der eine Faktor.
00:08:47: Weil in Deutschland ist vieles bürokratisch komplex.
00:08:53: auch Konsumenten sind vielleicht Verhalten nicht so neophile sind eben nicht so offen von Neuerungen.
00:09:00: Die Handelsstruktur ist natürlich aus sehr speziell in Deutschland.
00:09:04: da haben wir noch starke Konzentration und Handelsmacht.
00:09:07: Das heißt Auch die Händler als Akteure in diesem System drängen eben drauf, dass solche Innovationen funktionieren und vor allen Dingen auch schnell funktionieren.
00:09:19: Interessant ist ja wenn man mal beleuchtet warum das in Deutschland anders ist als in anderen Ländern?
00:09:25: Ja jetzt hast du schon gesagt die Struktur ja gerade internationale Konzerne häufig hast Du aber auch so ein europäische PNL und der Bereich Deutschland zieht das natürlich immer runter, weil es immer dialutiv ist.
00:09:40: Sagt man bringt man überhaupt die Ranges noch in Deutschland mit rein?
00:09:43: Ganz genau!
00:09:45: Dann ist natürlich auch immer die Frage hat man dadurch dass der Druck auch relativ groß ist genug Zeit eigentlich, dass eine Innovation auch eine Innovation sein kann.
00:09:53: Ist genug Support da und gibt man den Innovationen die Zeit zu wachsen?
00:09:57: wie würdest du das
00:09:58: betrachten?
00:10:00: Vielleicht bevor ich die Frage beantworte würde ich gerne nochmal ein Bild benutzen Und zwar kann man sich das Thema, das Problem Innovation ganz gut als ein Eisberg vorstellen.
00:10:11: Und Eisberg hat ja folgende Eigenschaften da ist oben eine Fläche die ist kleiner, die ist eben über der Meeresoberfläche.
00:10:21: Die sieht man also von Weitem schon und dann ist aber ein größerer vielleicht auch gefährlicherer Teil der es eben verborgen unter der Wasseroberfläche
00:10:30: und er ist sehr kalt.
00:10:31: der Eisberg.
00:10:33: Ja, man muss cool bleiben.
00:10:36: Aber worauf Unternehmen sich in Deutschland hauptsächlich konzentrieren ist eben dieser sichtbare naheliegende Teil und das ist das Innovationsrisiko in meinem Bild.
00:10:46: also es ist das Risiko dass passiert wenn ich innoviere und das auch evident.
00:10:53: also Ich habe natürlich ein risiko weil wir wissen in der FMCT Branche fünfundsechzig bis fünfundachtzig Prozent aller Innovationen floppen Also dass die Quellen divergieren dann ein bisschen, aber auf jeden Fall haben wir eine sehr hohe Floprate.
00:11:10: Das adressieren Unternehmen natürlich gerne was aber so ein bisschen unter der Oberfläche nicht so oft in die Diskussion kommt ist wenn ich nicht innoviere als Unternehmen, dann bin ich irgendwann weg.
00:11:22: und das ist eben das größere Risiko.
00:11:25: Das ist das Disruptionsrisiko.
00:11:27: also Wir sehen das in ganz vielen verschiedenen Bereichen, also in der Foodbranche.
00:11:31: könnte ich das jetzt anhand von zwei drei Beispielen aufzählen.
00:11:35: Dass eben zum Teil die Geschäftsgrundlage langsam weggeht.
00:11:41: Hast
00:11:41: du mal eins von den Beispielen?
00:11:44: Ja z.B.
00:11:45: Tiefgülpizza wäre ein gutes Beispiel.
00:11:47: da haben wir eine starke Konzentration von zwei Playern gehabt, die letztendlich über Jahrzehnte hinweg die Salami noch ein bisschen dünner gemacht haben, die Zutaten noch ein bißchen billiger gemacht haben.
00:12:02: Also es war so'n Reduktionswettbewerb, zwei Platz hier schon also und dann kommt da auf einmal mit Gustavo Gusto wie ein Innovator ums Eck der von der Verpackung bis hin zu was ist eigentlich mein Referenzprodukt eben nicht die Billig-Pizza sondern die Pizza beim Italiener auf einmal einen ganz anderen Punkt setzt die beiden Platz hier schon dann total unter Druck kommen.
00:12:27: Und das ist jetzt nicht so sehr eine Innovation, die sich auf das Thema Inhaltsstoffe bezieht.
00:12:34: aber ich könnte dir auch ein zweites Beispiel nennen zum Beispiel Choviva.
00:12:37: Das ist ein Kakao Ersatzstoff der natürlich hergestellt wird, der das ganze Thema Kakaos und Schokolade irgendwann überholen könnte weil Wir wissen, der Kakaopreis hat in den letzten Monaten und Jahren schon Kapriolen geschlagen.
00:13:00: Durch den Klimawandel werden sich die Anbaubedingungen in den nächsten zwanzig Jahren erheblich verschlechtern.
00:13:07: wir sehen das jetzt auch gerade schon im Regal ist euch wahrscheinlich auch schon aufgefallen.
00:13:11: Schokolade ist sehr erhebig teurer geworden Ist natürlich ein ziemlich unnachhaltiges Produkt Das muss man auch mal sagen.
00:13:19: All diese Probleme kann dieser Inhaltsstoff besser machen.
00:13:23: Und das Unternehmen dazu, Planet A-Foods.
00:13:26: Die haben als Startup begonnen und die haben sich ganz von Anfang an BtoB gerichtet, haben zunächst mal mit dem Haferflockenhersteller und Müsliherstellern Köln zusammengearbeitet dann Proof of Concept gemacht.
00:13:41: danach sind sie in ganz viele Eigenmarken reingekommen.
00:13:44: also ich finde jetzt zum Beispiel bei Rewe auch eine Schokoladentafel Show Viva.
00:13:50: der nächste Schritt ist bei Nestle Schokocrossies mit Choviva.
00:13:55: Also ihr merkt schon, als traditioneller Schokoladenhersteller oder Kakao-Hersteller komme ich jetzt richtig unter Druck?
00:14:03: Ist das auch so ein Punkt, dass gerade so Unternehmen wie beispielsweise Nessler hast du eben genannt, dass sie sagen okay wir bauen unsere eigene Startup Kultur auf oder wir gehen ganz bewusst den Innovationsprozess im Co-Working mit Startups oder mit dem eigenen Innovationsabteilung?
00:14:20: Ja Ganz wichtiges Thema, wie du als Tanker das schaffen kannst.
00:14:29: Wie ein Schnellboot zu denken und da würde ich jetzt sagen nicht den einen richtigen Weg weiß gar nicht ob Nestlé jetzt das perfekte Beispiel dafür ist.
00:14:39: Niemand anderes.
00:14:39: Das was unbedingt erfolgreich ist ja habt ihr jetzt wahrscheinlich gelesen auch die haben ihr Gewürzdatum was sie zugekauft haben kürzlich wieder abgegeben beziehungsweise die Gründe haben es zurück gekauft.
00:14:53: Also das ist halt ein schwieriges Thema, weil natürlich die internen Prozesse sind so formalisiert und so langsam in so großen multinationalen Unternehmen dass die schnelle Innovation da ganz oft nicht passiert.
00:15:11: Und dann müsst du meines Fragen wie können wir das beipassen?
00:15:14: Weil du ja auch sagst innovation ist häufig Zufall es muss aber Prozess sein.
00:15:19: jetzt sagst du Der Prozess ist gegeben, aber der ist zu langsam.
00:15:23: Muss man Prozess neu denken im Bereich Innovation?
00:15:27: Also in vielen Unternehmen die ich sehe und wir arbeiten im Studiengang mit dreihundertsiebzig Unternehmen aus der Food & Babbage Branche zusammen da ist es ganz häufig so dass es gar keinen definierten Prozess gibt.
00:15:40: Das ist jetzt ein ganz anderes Problem als bei Nestlé.
00:15:42: Da gibt's den ganz sicher das weiß ich.
00:15:45: Aber in den meisten Unternehmen die Ich so sehe wo ich Reinschaue, die ich vielleicht auch zum Teil begleite.
00:15:52: Da ist das so... da ist Innovation oft noch das was der Chef nach dem Wochenende mit ins Büro bringt und sagt Das machen wir jetzt.
00:16:00: Ja?
00:16:00: Habe ich im Urlaub gesehen.
00:16:01: Hab
00:16:02: meine Kinder auf TikTok gesehen.
00:16:04: Genau das!
00:16:05: Und Ich würde jetzt zunächst mal sagen bevor wir zum Thema Prozesse kommen.
00:16:10: also ganz wichtig.
00:16:11: erst ist erstmal fest zu halten dass Thema Innovation geht im Unternehmen jeden Mitarbeiter an.
00:16:18: Jeden Mitarbeiter Egal ob Produktion, egal ob Produktentwicklung, egal auf Marketing oder Kontrolling oder Ähnliches.
00:16:30: Da muss jeder sich zugehörig fühlen zu dem Thema und dann gilt es natürlich den geeigneten Prozess zu finden der zu dem Unternehmenstyp zu der Unternehmsgröße zu dem Ziel auch passt was das Unternehmen hat.
00:16:50: weil Wenn ich jetzt mal ganz grob unterscheide, ich habe gerade schon gesagt unechte inkrementelle Innovationen.
00:16:56: Vielleicht das Gegenteil davon wären Moonshots also alle drei bis fünf bis zehn Jahre könnte ich mal ein ganz ambitioniertes Projekt veröffentlichen oder launch'n.
00:17:12: Oftmals ist bei Unternehmen sozusagen ja nicht die Auswahl zwischen genau diesen beiden Punkten sondern du brauchst den richtigen Mix.
00:17:18: Ja dazwischen könnte man jetzt vielleicht auch Mittelinnovative Produkte oder Projekte sehen, also ich brauche den zu mir passenden Mix und danach muss eben auch der Prozess aufgesetzt sein.
00:17:30: Ich habe das zum Beispiel wenn ich Unternehmen begleite.
00:17:33: könnt ihr euch vorstellen wie so eine Autobahn so ein Prozess.
00:17:37: da gibt es auch wenn das kleinere Projekten sind ne Abfahrt die man vorher nehmen kann damit dass ganze eben schneller läuft Und vielleicht noch eine mittlere Ausfahrt.
00:17:47: Das heißt Moonshots dauern dann eben drei bis fünf Jahre, aber die kleine Range Extension oder die kleine Veränderung muss halt in Monaten erfolgen.
00:17:55: Es gibt
00:17:55: Autobahnen auch über Hohlspuren ne?
00:17:59: Die sind meistens blockiert!
00:18:01: Was würdest du denn sagen wenn du so im Querschnitt die Unternehmen anschaust?
00:18:08: und wahrscheinlich gibt es ja im wahren Leben selten die reine Lehre, aber was sind denn Elemente, die ein funktionierendes Innovationssystem ausmachen?
00:18:20: Also die Mitarbeiter-Einbeziehung habe ich gerade schon genannt.
00:18:23: Die Prozesse haben wir grad auch schon angesprochen.
00:18:26: Ein ganz wichtiger Punkt ist immer noch du darfst nicht nur im eigenen Saft schmoren.
00:18:33: also für dieses Barrierenprojekt hab' ich beispielsweise mit dem Geschäftsführer von Seeberger, Ralph Beranek gesprochen und da ist mir ein Zitat im Kopf geblieben.
00:18:44: Er hat gesagt ja wenn wir Innovation angehen dann tun wir das ganz häufig aus der Fragestellung raus Na was können wir denn schon?
00:18:52: Wo haben wir Kompetenzen?
00:18:54: Welche Inhaltsstoffe haben wir denn eigentlich zur Verfügung?
00:18:57: Und was können weh mit unseren Maschinen machen?
00:19:01: Wenn ich so an eine Innovation generell rangehe Dann lande ich immer bei Varianten davon von Dingen, die ich sowieso schon mache.
00:19:11: Dann kommt halt die siebenundachtzigste Nussmischung raus, die natürlich absolut mein bisheriges Sortiment kanibalisiert und das führt mich nicht zu guten Lösungen.
00:19:22: Das heißt über den Tellerrand schauen!
00:19:25: Ich erinnere mich zum Beispiel auch aus meinem eigenen Studium.
00:19:27: da hat ein Professor mal zu uns gesagt ja wenn ihr über Innovation nachdenken wollt, Inspiration haben wollt dann geht nicht auf die Anuga sondern geht auf die Spielzeugmesse.
00:19:41: Aus ganz anderen Bereichen, also das ist natürlich jetzt nur ein Bildnis aber aus anderen Bereiche eben Erkenntnisse nehmen oder Trends entwickeln und nicht nur aus dem eigenen Bereich vielleicht auch Nicht nur aus den eigenen Unternehmen.
00:19:54: Das wären so ein paar Elemente die mehr als einfallen würden.
00:19:58: Welche Verpflichtung?
00:19:59: Also wenn wir jetzt mal drauf schauen der Handel, die Handelsseite fordert mehr Innovationen.
00:20:06: Vor allen Dingen auch meistens irgendwie schon in einer gewissen Exklusivität um sich zu differenzieren.
00:20:11: zum Wettbewerb wo du eben gerade gesagt hast wir haben eine sehr starke Monopolisierung auf ein paar Player bezogen und die Unternehmen, die Hersteller sagen es lohnt sich gar nicht wirklich.
00:20:24: also eigentlich ist das ja ein gemeinschaftliches Thema, was beide Seiten angehen müssen.
00:20:28: Wie würdest du das so als neutrale Mitte dazwischen sehen?
00:20:32: Wie würdest du das beurteilen und wie könnten Lösungen beispielsweise dafür aussehen für sein Thema?
00:20:37: Also erstmal würde ich der Aussage zustimmen eine partnerschaftliche Zusammenarbeit.
00:20:42: die würde wahrscheinlich das Thema Innovationen für beide Seiten stärken und verbessern.
00:20:49: Nun muss man jetzt erst mal festhalten Der Handel hat aber so ne Art Janusköpfige Rolle also er hat eine duale Funktion.
00:20:56: zum einen ist er natürlich Abnehmer und Mittler für innovative Produkte.
00:21:04: Und freut sich dann auch, du hast gerade gesagt exklusiv Partnerschaften, freut dich umso mehr weil das die Einkaufsstättenwahl beeinflusst.
00:21:12: Zum anderen ist er auch Gegenspieler, weil durch Eigenmarken, Handelsmarkenentwicklung eben alles was funktioniert in schnellster und kürzester Zeit nachgebaut wird.
00:21:25: Und dann natürlich die Amortisationszeit für diese Innovationen fehlen, sei denn liegen Lizenzen oder Patente oder ähnliches vor.
00:21:35: Also insofern das ist eine Form von Co-Petition wie wir das nennen also es sozusagen sowohl Kooperationsanteil als auch eben Wettbewerbsanteil.
00:21:47: Wir haben aber auch schon Erfahrung wo Händler mit Herstellern Zusammenarbeiten und je früher ich zusammen arbeite desto besser, weil Händler haben beispielsweise auch Zugang zu Informationen die Hersteller nicht haben.
00:22:00: Du musst ja sehen der Händlern ist am Ende sowas wie der Reifen am Auto Der ist sozusagen im direkten Kontakt zum Konsumenten jeden Tag dass der hersteller überhaupt nicht ist das muss er sich über marktforschung sozusagen erschließen.
00:22:17: Also da eine Weitergabe, was funktioniert.
00:22:20: Vielleicht kann man Prototypen in Testmärkte bringen
00:22:23: usw.,
00:22:23: das wären jetzt so partnerschaftliche Ansätze.
00:22:26: In Private Label passiert es ja eigentlich noch mehr dann als im branded business?
00:22:30: Ja genau und Private Labell hat einen unglaublichen Siegeszug hinter sich.
00:22:36: also wir sehen das ja schon fast die Hälfte aller verkauften Produkte.
00:22:39: also wenn ich den Wert anschaue sind eben Private Labels Produkte im LEH.
00:22:46: Das hat auch damit zu tun, dass Hersteller zunehmend diese Differenzierung zu den Handelsmarken, die ja auch gut sind in der Qualität.
00:22:54: Also in der Wahrnehmung der Qualität sagt der Konsument heute das Handelsmaken eigentlich gar nicht viel schlechter sind als Herstelleprodukte.
00:23:03: Viele
00:23:03: Handelsmaken werden auch gar nicht mehr als solche Wage bringen sondern als Marke.
00:23:06: Würdest du sagen, Handelsmarke ist innovativer als Marcke?
00:23:11: Weil es vielleicht auch schneller ist in Prozessen wenn du jetzt einen großen Multinationalen Denks, die mit internationalem Marketing ein halbes Jahr über eine Farbtone Diskussion führen.
00:23:23: Es gibt eben strukturelle Vorteile wie gerade schon angesprochen, die der Händler hat, die er zu seinen Zwecken nutzen kann.
00:23:32: Ich gebe einfach mal einen Beispiel hier aus der Umgebung weil vielleicht muss ich dazu sagen wir sind zwar eine staatliche Hochschule aber Näheren Umgebung im Nachbarort, einen großen multinationalen Händler sitzen und da bekomme ich ... Wir
00:23:45: werden keine nachdenken.
00:23:45: Wir wollen keinen an keiner kommen drauf wie das ist!
00:23:48: Und dann bekommt man natürlich ein bisschen was mit.
00:23:51: auch.
00:23:52: und da erinnere ich mich im letzten Jahr hat zum Beispiel Das große gelb-blaue Unternehmen Was wir da meinen eine Art Contest ausgerufen Zu veganem Käse und hat eben Startups und Grown-Ups aufgefordert, wir wollen unser veganes Sortiment erweitern.
00:24:15: Reicht doch mal was ein!
00:24:17: Zeigt uns doch mal, was wir machen könnten und wir arbeiten mit euch an diesen Innovationen und wir gucken und helfen euch wie ihr die produziert bekommt usw.
00:24:25: Und dafür dürft ihr dann in unserer Regal unter der Eigenmarke.
00:24:32: das zum Thema Partnerschaften.
00:24:33: und Wie kann ich innovativ sein?
00:24:37: Das Potenzial ist natürlich enorm, muss man sagen.
00:24:39: Und also man sieht mittlerweile auch schon Produkte bei den Eigenmarken.
00:24:46: die gibt es so in der Form gar nicht als branded Produkt und das ist halt krass!
00:24:51: Das ist eine Thema Innovation.
00:24:54: und jetzt kommt das zweite Thema Branding.
00:24:59: Auch das ist ein Thema wo die Hersteller zunehmend Boden verlieren.
00:25:04: Also ich nenne das immer Handelsmarken der neuesten Generation oder hybride Handelsmarken.
00:25:11: Es gibt mittlerweile Handelsmarken, die gemanagt werden wie Brands wenn ihr euch jetzt mal vorstellt im Food-Bereich Parkside wo man Testimonial Anno Schwarzenegger hat, TV Werbung Sponsoring von Bundesligavereinen und ähnliches das würden wir alles klassisch Brand zuordnen.
00:25:34: Vielleicht ein Bereich aus dem Nonfood-Bereich, Decathlon mit seinen Eigenmarken.
00:25:39: Die werden mittlerweile auch fast wie Brands wahrgenommen.
00:25:42: also da wird die Luft dünn für Hersteller und dann muss man jetzt den Vorsprung über die Produkte eben wahren damit eben die Magenaufladungen auch mit einem Mehrwert in Zukunft verbunden werden kann.
00:25:57: Welche Chancen haben Markenersteller denn überhaupt noch?
00:26:02: Na ja, es ist ein ewiges Rennen muss man sagen.
00:26:06: Die Chancen sind da!
00:26:08: Wenn
00:26:08: ich frage wer bist du gerade?
00:26:09: Bist du der Hasel oder bist du der Igel?
00:26:11: Ja die Chanczen sind da.
00:26:14: Das hängt natürlich sehr stark daran.
00:26:17: also das würde ich jetzt wieder als Konsumentenforscher antworten wie ich mich positioniere.
00:26:22: Also was ist eine Marke müssen wir uns erstmal fragen.
00:26:27: Eine Marke ist irgendetwas wo Konsument als Kunde eine zweifelsfreie Assoziation mit habe.
00:26:35: Ich will vielleicht auch noch mal hier ein Beispiel nennen, da muss ich als Unternehmen für irgendwas stehen und das darf nicht allzu kompliziert sein.
00:26:44: Das Beispiel vielleicht mal die Rügenwalder Mühle als Unternehmen, als Markt, die das aus meiner Sicht sehr gut macht.
00:26:54: Was ist deren Rolle?
00:26:55: Was is deren Assoziation im Kopf?
00:26:57: Das iss ursprünglich ein traditionelles Fleischverarbeitendes Unternehmen eben Wurst und so weiter, ihr kennt das.
00:27:05: Aber hat schon vor langer Zeit ein Shift gemacht und produziert auch vegane und vegetarische Aufstriche, Nagels usw.
00:27:14: Und was ist deren Rolle jetzt?
00:27:16: Was ist deren Positionierung?
00:27:17: Die positionieren sich als Mittler also vielleicht kennt ihr das vom heimischen Küchentisch auch.
00:27:23: Vegan nicht vegan Fleisch essen
00:27:25: usw.,
00:27:25: es ja mittlerweile eine Kulturdiskussion.
00:27:27: da gibt es einen Lagerkampf und die sagen halt Moment Wir sind weder Lager eins noch Lager zwei, sondern du hast die Wahl.
00:27:36: Also deren Slogan sagt zum Beispiel am besten schmeckt's wenn es allen schmeckt.
00:27:41: Da merkt ihr schon die Positionierung ist ich bin der Moderator Ich bin der Mittler ringen uns jetzt mal alle nicht so auf.
00:27:47: Du kannst dich jeden Tag neu entscheiden.
00:27:48: Du kannst einmal sagen mit Fleisch einmal vegan Völlig cool.
00:27:52: Am Ende sitzen wir
00:27:52: alle am gleichen Tisch.
00:27:55: Genau das und Das ist für mich ein Beispiel.
00:27:58: du musst als Marke für was stehen.
00:28:01: Dazu brauchst du jetzt natürlich auch die passenden Produkte.
00:28:03: Wenn jetzt die Rügenwalder-Mühleprodukte nicht die geeignete Qualität haben oder hätten, dann wäre das natürlich langfristig nicht durchsetzbar.
00:28:12: aber da musst du sozusagen der Fit zwischen Marke und innovativen Produkten muss passen.
00:28:18: Du hast es in Nebensätzen immer wieder mal angerissen wenn du Innovation aus der leadership Perspektive betrachtest und ja einfach eine Anführungszeichen mal anschauen was machen denn die Führungskräfte, mit denen du gesprochen hast anders in innovativen Unternehmen als in Unternehmen, die weniger an der Innovationspipeline haben.
00:28:42: Das ist ein sehr gutes Thema und ich würde jetzt einfach in meinem Beispiel Rügenwalder Mühle bleiben weil das ist zufällig auch ein Führungskräfteteam dass wir auch interviewt haben in unserer Studie.
00:28:54: Schöne
00:28:55: Grüße!
00:28:57: Und zwar in Person von Steffen Zeller und Parti Bür die zum einen der Steffen Zeller für das Thema Marketing als CMO steht und der Patrik Pür eben für die technische Entwicklung.
00:29:09: Und was die anders machen, und das gilt glaube ich auch für viele andere Leadership-Unternehmen also führende Unternehmen im Bereich Innovation, die reden miteinander und die stimmen sich ab.
00:29:22: da gibt es dieses Silo-Denken des Abteilungsdenkens viel weniger.
00:29:28: Wenn ich das mal in ein Bild bringen würde, dann würde ich sagen... Das Bild muss eher sein.
00:29:33: Nicht was ist mein Stück vom Kuchen?
00:29:36: Sondern lass uns mal den Kuchengrösser machen!
00:29:41: Dann hast
00:29:42: du ein völlig anderes Gespräch auf einmal.
00:29:44: Ja total und die haben das in verschiedenen... Also die stehen auch zum Teil auf der Bühne zusammen und spielen sich die Bälle zu Und wenn ich das als Führungskraft mache dann lässt sich das natürlich runter ableiten bis hin zu jedem Mitarbeiter, wo der Spirit die Kultur eben so gesetzt wird dass ich sage okay wir arbeiten zusammen und hier ist es erlaubt Fehler zu machen.
00:30:09: Und wir blämen uns nicht dafür sondern wir gewinnen zusammen wir verlieren zusammen letztendlich wie eine Mannschaft.
00:30:18: Ist halt um mal wenn wir beim Thema Leadership bleiben und wir sprechen bei Innovation ja auch immer.
00:30:23: was is eigentlich morgen?
00:30:25: Da habt ihr ja an der Dualen Hochschule hier eine ganz spannende Perspektive, weil ihr einerseits euch anschaut was passiert gerade in deutschen internationalen Unternehmen aus der Forschungsperspektive und gleichzeitig in der Lehre bildet ihr die Leute aus.
00:30:38: Die mal Innovation idealerweise Innovation treiben in der deutschen Handelslandschaft, in deutscher Industrieunternehmen.
00:30:45: also wie verknüpft ihr im Lehralltag diese Perspektiven?
00:30:51: auf vielfältige Weise.
00:30:52: Also zum einen haben wir natürlich über unsere Studierenden, die alle Mitarbeitende in Unternehmen sind auch natürlich Einblicke, die du an anderen Hochschulen nicht haben kannst.
00:31:04: Dadurch haben natürlich auch die Studierendeneinblicke in andere Unternehmen von denen sie lernen können.
00:31:11: also ich glaube das ist ein Geben und Nehmen auf beiden Seiten.
00:31:15: Zum anderen arbeiten wir natürlich auch sehr eng mit unseren Partnerunternehmen zusammen.
00:31:21: Ich gebe auch hier mal ein konkretes Beispiel, ich habe jetzt Anfang des Jahres einen Innovationsmanagement-Seminar mit Studierenden gemeinsam gemacht.
00:31:30: Das haben wir in Form von einem zweiwöchigen Block gemacht und den haben wir wieder unterteilt in zwei viertägige Sprints.
00:31:41: Und in diesen Sprints haben wir eben mit drei Unternehmen zusammengearbeitet.
00:31:46: Unter anderem war da Billy Green als Hersteller von Fleischalternativen dabei, unter anderem war da Schwarzwaldmilch dabei und die haben Challenges reingebracht.
00:31:57: Und unsere Studierenden haben eben diese Challenges in Sprints umgesetzt und bearbeitet.
00:32:03: Ich glaube für mich ist das ein bisschen das Gegenteil von Elfenbeinturm.
00:32:08: Also ich muss ganz ehrlich und egoistisch gestehen... ...ich bin derzeit der Studiendekan im Studiengang BWL Food Management Und ich versuche diesen Studiengang so zu formen, wie ich mir damals selber mein Studium gebüchte.
00:32:24: Mit Blick auf die Welt von morgen.
00:32:31: und was gibt ihr euren Studierenden mit?
00:32:33: Was sind die Verhaltensweisen, die in der Zukunft erfolgreich machen werden?
00:32:40: Was wollt ihr auch sehen?
00:32:43: Also da kann man sicherlich Wenn wir jetzt so über Future Skills sprechen, du musst immer offen sein.
00:32:49: Du musst immer neugierig bleiben.
00:32:51: Das ist jetzt wahrscheinlich trivial das zu sagen was wir aber als Grundsatz auch in unserer Studiengangskonzeption berücksichtigt haben Wir brauchen zum einen Generalisten und Spezialisten.
00:33:05: Also wenn du drei Jahre deinen Bachelor hier in Heilbronn im Food Management machst dann bist du in vielen Bereichen gut genug aufgestellt, um mitzusprechen.
00:33:18: Also ich nenne das jetzt mal ein Generalist.
00:33:20: also du hast beispielsweise eine grundsätzliche Ahnung von Lebensmittelrecht.
00:33:25: Du hast einen grundsätzlichen Plan von Innovationsmanagement, du hast einen Grundsätzlichen Plan vom Nachhaltigkeitsmanagement Controlling, BWL Funktion und so weiter
00:33:33: usw.,
00:33:35: weil wir gemerkt haben zunehmend mehr arbeitest du in Unternehmen halt in Gruppen, in Projektteams so ein bisschen den Überblick behalten.
00:33:45: Und als Führungskraft insbesondere musst du schon ein grundsätzliches Verständnis von Dingen haben.
00:33:50: und da würde ich jetzt mal sagen, in der idealen Welt der perfekte Studierende bei mir, der würde das merken in den drei Jahren Ich habe vielleicht einen Talent oder Interesse für ein besonderes Thema nach dem Bachelor bin gut ausgebildet und kann erst mal ins Unternehmen gehen, aber vielleicht kann ich da noch etwas draufsetzen.
00:34:11: Und dann spezialisiere ich mich.
00:34:13: das ist sozusagen meine ideale Vorstellung.
00:34:14: Kann
00:34:15: man auch bei dir machen?
00:34:15: Dann die Spezialisierung Master im Food Management für Bereich Nachhaltigkeit oder...
00:34:21: Also wir bieten bei uns am Campus über unser Center of Advanced Studies auch verschiedene Masterprogramme an.
00:34:29: Da gibt es jetzt keinen spezifischen Foodmaster als aus meiner Sicht gar nicht nötig weil diese Kenntnisse haben Bachelor schon erworben, aber es gibt spezifische Funktionen auf die ich mich vorbereite.
00:34:41: Also sag' ich mal wenn das Thema Marketing mein Thema ist dann mache ich eben Master in Marketing Management.
00:34:46: Wenn Sales mein Thema is', dann haben wir den Masterprogramm Sales and Negotiation.
00:34:50: Wenn vielleicht das Thema Nachhaltigkeitsmanagement dein Thema is'.
00:34:54: Dann machst du eben nachhaltig keites Management oder Sustainability-Master.
00:34:59: also dass meine Ich mit Spezialisierung da ist glaube ich dann Die Branchenkenntnis.
00:35:04: die solltest Du dann mit einigen Jahren Erfahrung in diesen Unternehmen dann vielleicht schon haben.
00:35:11: Das war jetzt, wir decken in diesem Podcast unsere zwei großen Hörerkruppen ab.
00:35:15: Der erste Teil der ging eher an die Unsealable Senior Management Die sich vielleicht auch fragen wie kann ich die Innovations Pipeline führen?
00:35:25: Der zweite Teil das hatten wir ehrlicherweise als wir den podcast aufgemacht haben gar nicht so oft im Schirm.
00:35:29: aber wir kriegen immer wieder Anfragen und Feedback von Menschen die studierenden oder Menschen, die ganz am Anfang ihrer Karriere stehen und genau diese Fragen ausstellen.
00:35:41: Worauf muss ich denn achten?
00:35:42: Wenn ich eine Karrierei im FMCG wenn ich im Handel machen möchte.
00:35:47: wo sollte ich jetzt Schwerpunkte legen?
00:35:48: und jetzt gucken wir mal ob wir die beiden Perspektiven zusammenführen können mit der Frage Wo siehst du denn die spannende Innovationsfelder für?
00:35:55: somit Blick auf die nächsten fünf bis zehn Jahre?
00:35:58: Also das ist sicherlich ne Frage die sich dann eher an die Unternehmensvertreter richtet vielleicht zumindest mal primär.
00:36:07: Also das Paradoxe ist ja, ich hatte gerade die Zahlen, neunzehn Prozent echter Innovationen genannt, dass wir eine Situation haben wo es wenig Innovation in der Branche gibt aber gleichzeitig unglaubliche Umwälzung und unglaublich Innovationspotenziale, um mal ein paar davon zu nennen.
00:36:29: Das ganze Thema Fermentation oder Prinzisionsfermentation ist halt unglaublich spannend.
00:36:35: also das heißt wir sind bald oder vielleicht in Teilen auch jetzt schon in der Lage Rohstoffe herzustellen, unglaublich effizient über neuartige Fermentationsverfahren ganz spezifische Aromen aber auch Makronährstoffe Proteine oder ähnliches sozusagen.
00:36:57: Da brauche ich keine Pflanze für, da brauche kein Licht für und da braue ich eigentlich nur eine Fabrik.
00:37:03: Und das kann im Tank passieren und da haben wir natürlich eine ganze Menge Hürden noch vor allen Dingen regulatorische Hürde aber da sind Unternehmen unglaublich weit und da wird einiges passieren.
00:37:18: Das ist so der eine Bereich.
00:37:19: dann haben wir Natürlich das ganze Thema KI.
00:37:21: wie verändert jetzt KI?
00:37:23: den Innovationsbereich.
00:37:26: Da kann man vielleicht nennen, wir haben gerade schon über Prozesse gesprochen.
00:37:31: KI wird sozusagen der Co-Pilot in allen Innovationsprozessen sein und da gibt es jetzt auch schon Unternehmen die das sozusagen spezifisch auf die Branche anwenden wo ich sozusagen schon vor der Ideengenerierung also Themenfelder definiere und von der KI begleitet werde sozusagen deutlich produktiver werde.
00:37:54: Ja, viel mehr Output sozusagen bekomme eben durch solche Mechanismen.
00:38:00: Forschungsergebnisse simulieren?
00:38:02: Skalieren?
00:38:03: Ja ja es ist unglaublich.
00:38:05: also auch da habe ich ein bisschen einen Blick weil ich dann Unternehmen begleite auf diesem Prozess in einem Hamburger Start-up wo ich beispielsweise auch sowas wie synthetische Zielgruppen habe, wo ich sozusagen sofort validieren kann.
00:38:23: Ich hab da ein Konzept mithilfe der KI erstellt und kann in der KI schon schauen wie gut käme das denn bei gewissen Gruppen an?
00:38:31: Und was haben die für Kritikpumpte daran?
00:38:34: Wo ich natürlich das Thema Schnelligkeit auch nochmal extrem erweitern kann.
00:38:38: Das heißt die Kontaktdaten von dir werden wir sicherlich in die Shownotes packen und wer Lust hat Innovation neu zu denken, kann auf dich zukommen!
00:38:46: absolut gerne und das würde ich auch noch mal unterstreichen für beide eure Zielgruppen.
00:38:50: Also, ich bin immer gerne offen für Gespräche mit Unternehmensvertretern – Ich habe gerade gesagt mit dreihundertsiebzig Unternehmen von Multinationals bis zu kleinen Unternehmen arbeiten wir schon zusammen aber wir freuen uns natürlich über Kontakte.
00:39:03: Wir sind eine staatliche Hochschule kostet nichts sowohl für Studierende als auch für Unternehmen nicht.
00:39:09: Unser einziger Zweck ist sozusagen unsere heimische Wirtschaft und die Menschen, die jungen Menschen voranzubringen.
00:39:16: Aber ich freue mich natürlich auch über Studieninteressierte also gerne mich kontaktieren.
00:39:23: Wer Blockende?
00:39:24: Genau!
00:39:25: Was werden denn die... Und wir nähern uns dem Ende.
00:39:28: Das wäre so die eine Sache, die man mitnehmen sollte aus dem Gespräch.
00:39:32: Ich meine du hast jetzt die ganz Deutschland gehört.
00:39:34: dir zu was möchtest du der Wirtschaft mitgeben?
00:39:37: In einem Satz gesagt, also ich habe gerade schon gesagt wir haben viele Barrieren und witzigerweise gleichen die sich über verschiedene Unternehmenstypen, über verschiedene Unternehmen Wertschöpfungspunkte usw.
00:39:51: Aber das positive ist halt die größten Barriere kann man als Unternehmen auch verändern.
00:39:58: Also man hat die Wirkungsmacht eben das anzugehen.
00:40:03: Die meisten der Barrieren, die wichtigsten sind Unternehmensintern.
00:40:07: Das kann man umstrukturieren und sie sind nicht Gott gegeben.
00:40:10: Also das stimmt mich auch ein bisschen positiv.
00:40:12: am Ende also wenn ich die richtigen Knöpfe drücke, die richtige Entscheidungen fälle dann kann ich relativ schnell eben deutlich innovativer werden.
00:40:23: wir haben es in der Studie Quick Wins genannt und da gibt's eine ganze Menge von wie Unternehmen schnell innovativa werden können.
00:40:30: sehr gut
00:40:31: Das heißt auch die Studie werden wir mit in die Show Notes packen.
00:40:34: Wir müssen jetzt mal lesen, glaube ich!
00:40:36: Ich habe sie schon gelesen,
00:40:38: sehr löblich.
00:40:40: Ja vielleicht ein guter Bild
00:40:41: an was
00:40:41: das ist.
00:40:42: Auch ein Inside trifft nicht nur auf Studierende sondern auch C Level Executives zu.
00:40:47: Es wird immer weniger gelesen und auch das kann hilfreicher Skill sein.
00:40:54: Sehr gut
00:40:55: ja eine Frage haben wir natürlich auch immer Wen würdest du denn gerne mal bei uns, ja ... bei Top Shelf hören?
00:41:03: Wo sagst du?
00:41:03: das kann interessant sein.
00:41:06: Ja ich schlag jetzt mal den Bogen zu einem Unternehmen was ich gerade schon genannt habe und ... Die von Maler Mühle!
00:41:10: Nein?
00:41:11: Nein!
00:41:11: Wie
00:41:12: nicht?!
00:41:12: Ich glaub
00:41:12: wo gehst du?
00:41:14: Auch nicht... Und zwar dass Schokoladen equivalent war wie Schoviva.
00:41:17: Scho-viva finde ich total interessant ist für mich eine der größten Innovationen und dahinter steckt ein Geschwisterpaar und da würde ich im Besonderen die Sarah Marquardt empfehlen.
00:41:30: Also unglaublich smarte Frau, die schon ... also ich hatte das Privileg, das Startup mal in einem Accelerator-Programm eine kleine Zeit lang zu begleiten und da war mir sofort klar...also dass hat Hand und Fuß was sie machen!
00:41:43: Die hatten schon vorher Start up Erfahrung aus den USA.
00:41:48: Die sind beide im Lebensmitteltechnikbereich promoviert klare Visionen gehabt und so weiter.
00:41:58: Also wenn ihr euch mal mit einem Beispiel dafür wie man es macht auseinandersetzen wollt, dann ist die Sarah glaube ich der richtige Ansprechpartner.
00:42:06: Das
00:42:06: ist super das machen wir!
00:42:07: Dann machen wir einen Innovations-Spezialserie.
00:42:10: Top Chef finde ich gut.
00:42:12: Vielleicht kaufen wir noch ein viertes Mikro und wir fragen beide ob sie mit reinkommen.
00:42:15: Es wäre auch mal spannend für Gäste.
00:42:18: Vielen Dank, Carsten.
00:42:19: Also für die Empfehlung aber fürs Gespräch insgesamt.
00:42:21: vor allem Danke dass du... also wir sitzen hier in Heilbronn am Campus das du uns in dieser Welt auch einen Einblick gewährt hast.
00:42:31: und reach out to Carsten wenn ihr euer Innovationsportfolio beschleunigen und für die Zukunft ausrichten wollt.
00:42:43: Ja vielen dank dass ich zu Gast sein durfte!
00:42:45: Vielen lieben Dank Carsten bis dahin.
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